Urteil: Wenn der Sohnemann mit Papas Auto…

Gerade für die jüngere Generation ist Papas Auto oft genug eine große Verlockung, was aber, wenn der Sohnemann Papas Auto quasi zu Klump fährt und dabei auch noch unter Alkoholeinfluss steht? Väter aufgepasst, die Kfz-Versicherung muss dann tatsächlich nicht zahlen!

Neu ist die Story jedenfalls nicht, welche das Landgericht Tübingen jüngst zu verhandeln hatte. Ein junger Mann nämlich, nennen wir ihn David H. (Name geändert), hatte sich Papas Auto gekrallt und richtig schön gefeiert. Trotz Alkohol setzt sich David H. wieder hinters Lenkrad und knallt prompt so heftig auf ein geparktes Auto, dass dieses wieder auf ein anderes geparktes Auto kracht.

Der Arzt attestierte – eine Stunde(!) nach dem Unfall – einen Alkoholpegel von 1,29 Promille, Papa H. aber versuchte trotzdem, sich den Schaden von seiner Vollkaskoversicherung erstatten zu lassen. Um es kurz zu machen: Die Idee war gut, aber erfolglos – das Landgericht Tübingen in Baden-Württemberg lehnte die Klage ab.

Warum, wieso, weshalb? Die Antwort ist so einfach wie im Grunde logisch, denn die Versicherung muss nicht zahlen, wenn der Unfall grob fahrlässig geschieht. David H. hätte sich seiner Fahruntüchtigkeit aufgrund des Alkoholkonsum bewusst sein müssen, ebenso die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer. Gerade dann werde von Autofahrern eine „hohe Hemmschwelle“ erwartet, wobei gerade Alkoholfahrten in der Vergangenheit immer härter bestraft wurden.

Kurzerhand wiesen die Richter die Klage von Papa H. ab, zumal allein der Alkohol für den Unfall ausschlaggebend war und keine weiteren „besonderen Situationen“ gegeben waren. Ergo kann und darf die Autoversicherung des Vaters die Regulierung des Schadens verweigern und zwar zur Gänze. Laut der Richter sei es der (Versicherungs)Gemeinschaft nämlich nicht zumutbar, für die Kosten eines Unfalls unter Alkohol aufkommen zu müssen – LG Tübingen am 26.04.2010, Az.: 4 O 326/09// ZfS 2010, 394//.

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