E10: Neuer Bio-Sprit vorerst aus dem Programm

E10 war die letzten Wochen beim deutschen Autofahrer das Thema, etliche Benziner kamen mit dem neuen Sprit nicht zurecht, der alte E5-Sprit wurde zudem deutlich teurer. Die Meuterei an den Tankstellen scheint nun aber zu fruchten, zumindest vorerst ist E10 aus dem Programm genommen!

Die (Mineralöl)Branche teilt hierzu lapidar mit: „Das System platzt sonst“ – was übersetzt für extreme Absatzprobleme steht. 50 Prozent der Tankstellen sind mittlerweile mit dem neuen Sprit ausgestattet, just ist erst einmal wieder E5 statt E10 (zehn Prozent Bioethanol-Anteil im Sprit) angesagt, wie Klaus Picard, Geschäftsführer des Minerölwirtschaftsverbands (MWV) in Berlin, heute Donnerstag erklärt.

Der Grund für das vorläufige Aus dürfte von der Bundesregierung sicher nicht gern gesehen sein, laut Picard aber scheinen Versorgungsprobleme der anderen (E5)Kraftstoffe zu drohen, boykottieren die meisten Kunden doch den neuen E10-Sprit. Tatsächlich gibt es bereits Versorgungsprobleme mit E5 und vor allem Super Plus, E10 hingegen wird trotz voller Tank bei Tankstellen und Raffinerien kaum oder gar nicht verkauft.

Besonders im Osten und Süden Deutschlands hätten die Tankstellen schon E10 im Angebot, was die Hälfte der 15.000 deutschen Tankstellen entspricht. Eben hier will der Mineralölverband die nächsten Tage abwarten und quasi testen, ob der neue E10-Sprit vielleicht doch noch von den Verbrauchern angenommen wird.

Allerdings muss man den schwarzen Peter von den Tankstellen und Raffinerien nehmen, denn diese sind laut Gesetz und somit vom Staat gezwungen, 6,25 Prozent ihres Absatzes mit pflanzlichen Treibstoff zu erzielen, da sonst harte (Geld)Strafen drohen. Ohne E10 liegen die Chancen auf die „Zwangsquote“ jedoch bei null, wobei aber auch die Regierung lediglich EU-Vorgaben umsetzt – somit ist das Problem nicht mal bei Merkel und Co. zu suchen, sondern noch weiter oben.

Der Verbraucher scheint just mit seinem Boykott allerdings den Sieg über die EU davon zu tragen, wie auch der VZBV (Bundesverband der Verbraucherzentralen) bestätigt: „Das zeigt, dass man Umweltpolitik nicht von oben verordnen darf“ – O-Ton von VZBV-Experte für Energie Holger Krawinkel im SPIEGEL ONLINE.

Ein Aufruf der Mineraölkonzerne zum gestrigen Mittwoch zu mehr E10-Akzeptanz beim Verbraucher scheint jedenfalls nicht zu fruchten, heute wurde die weitere Markteinführung von E10 zumindest im Norden und Westen Deutschland gestoppt!

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