OLG Frankfurt: Schwarzfahrer nicht gleich Schwarzfahrer

Ein interessantes Urteil zum Thema Schwarzfahren hat just das OLG Frankfurt am Main gefällt, welches kurzum besagt, das Schwarzfahrer nicht gleich Schwarzfahrer ist. Allein ohne einen gültigen Fahrschein in Bus oder Bahn unterwegs zu sein, macht einen nämlich noch lange nicht zum Schwarzfahrer!

Laut dem OLG Frankfurt am Main müssen zum Tatbestand der „Beförderungserschleichung“ – im Volksmund eben Schwarzfahren – bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Eben diese nötigen Anhaltspunkte sah das OLG aber nicht, als es die Berufung eines Mannes verhandelte, welcher wegen Schwarzfahrens in gleich vier Fällen verurteilt (Geldstrafe) war.

Tatsächlich haben die Richter des Oberlandesgerichts Frankfurt den Mann freigesprochen, weil ihrer Meinung nach nichts auf eine Beförderungserschleichung hingedeutet hat. Denn hierfür müsste dem Beförderer Geld für ein Ticket entgehen, womit ergo ein Verlust entstehen würde. Das sei aber erst der Fall, wenn die Tat der Beförderungserschleichung wirklich begonnen hat…

Im besagten Fall wurde der Täter vor Beginn entdeckt, womit laut dem OLG Frankfurt Zweifel am Schwarzfahren bestanden. Hierzu müsse die Strecke zwischen Haltestelle und Fahrkarten-Kontrolle dokumentiert werden, Az.: 1 Ss 336/08.

2 Kommentare zu „OLG Frankfurt: Schwarzfahrer nicht gleich Schwarzfahrer“

  • Karsten:

    Ich verstehe den Text nicht. Was heißt “…vor Beginn entdeckt…”? Wurde er ohne Fahrkarte an der Haltestelle kontrolliert?

  • Dennis Paschke:

    Die Frage ist so gut wie berechtigt, leider ging das aus der Quelle nicht so ganz hervor. Ich nehme an, dass die Richter den “Beginn” mit dem Losfahren von Bahn/Bus sehen – ergo: so lange Bahn/Bus noch stehen, ist es auch kein Schwarzfahren…

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