Urteil: Alkohol im Atem, Führerschein weg

Alkohol ist eine Sache für sich, wenn es um den Führerschein geht. Erlaubt sind aktuell 0,5 Promille, keine Promille ist natürlich besser. Denn mittlerweile ist das beliebte „blasen“ kein Indiz für Alkohol mehr, sondern dank verbesserter Standards beim Messen durchaus für eine Verurteilung tauglich. Das jedenfalls sagt das OLG Bamberg!

Das Oberlandesgericht Bamberg nämlich musste in einem Fall entscheiden, wo ein Autofahrer kontrolliert wurde und „blasen“ oder besser „pusten“ sollte – ins berühmte Röhrchen zur Atemalkoholmessung. Das Ergebnis war wohl nicht so doll, der Autofahrer sollte noch einmal pusten, allerdings mit oder viel mehr in ein anderes Gerät (Dräger Alcotest Evidental 7110). Kurzum: Zwischen Anhalten des Fahrers und dem ersten „Blasen“ waren gerade mal 24 Minuten vergangen, das Ergebnis aus den Tests veranlasste das zuständige Amtsgericht zur Strafe von 750 Euro Bußgeld und schlappen drei Monaten Fahrverbot wegen fahrlässigen Führens eines Kfz.

Der Autofahrer aber war nicht dumm oder auch noch unter Restalkohol und legte Berufung ein, seiner Meinung war das „Blasen“ nur 24 Minuten nach dem Anhalten viel zu schnell gewesen. Das OLG Bamberg im schönen Bayern aber war ebenfalls nicht dumm und schmetterte die Berufung kurzerhand ab. Begründung: Zwar kann es bei einer Atemalkoholmessung kurz nach dem letzten Bierchen durchaus zu Beeinflussungen oder gar Verfälschungen des tatsächlichen Alkohols im Atem kommen, weil noch (Rest)Alkohol im Mund ist. Laut einem offiziellen Gutachten des Bundesgesundheitsamtes zur Beweissicherheit der Atemalkoholanalyse muss zwischen dem letzten Tropfen und der Atemalkoholmessung eine gewisse Zeit vergangen sein, 20 Minuten hierzu reichen aber vollkommen aus.

Das OLG Bamberg sah deswegen keinen Grund für den Einspruch und wies die Klage ab. Das Urteil des Kollegen vom Amtsgericht aus erster Instanz blieb somit bestehen, ebenso wie Bußgeld und Fahrverbot. Aktenzeichen: OLG Bamberg, 2 Ss Owi 713/09// DAR 2010,142//

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