Winter heisst Schlagloch: Wer aber haftet bei Schäden?

Für Kinder ist der Winter und besonders Schnee etwas Tolles, für den Autofahrer dagegen wohl ein absolutes Gräuel und einfach die schlimmste Zeit des Jahres. Typisch Winter zeigen sich zudem gerade die Straßen nach der Schneeschmelze aber vor allem mit einem, nämlich Schlagloch an Schlagloch. Fahrwerk, Stoßdämpfer, Radaufhängung, Reifen, alles ist derzeit in Gefahr – wer aber haftet bei einem Schaden?

Diese Frage macht derzeit wohl so manchen Autofahrer hellhörig, denn selbst ein Unfall ist schnell „dank“ einem Schlagloch geschehen. So ganz klar ist die Haftung beim Schadensfall aber nicht, denn selbst wenn die Gemeinde – Stichwort Verkehrssicherungspflicht – verpflichtet ist, für ordentliche Straßen zu sorgen, ist im Winter nicht gleich jedem Schlagloch beizukommen. Konsequenz: Oft genug stellt die Gemeinde lediglich ein Warnschild auf oder schreibt eine (geringere) Geschwindigkeit vor.

Allerdings steht nicht nur die Gemeinde in der Pflicht, sondern ebenso der Autofahrer. Denn auch dieser muss sich den Verhältnissen anpassen und ergo – Achtung Schlagloch – vorsichtiger, sprich langsamer fahren. Kurzum: Kommt es durch ein Schlagloch zu einem Schaden am Auto, bleibt der Autofahrer meist selbst auf den Kosten sitzen!

Glück hat allerdings der, der entweder eine Vollkasko abgeschlossen hat oder aber der Gemeinde Pflichtverletzung nachweisen kann – beispielsweise indem vor dem Schlagloch nicht gewarnt wurde. Letzten Endes ist der Nachweis einer solchen „Pflichtverletzung“ aber alles andere als einfach.

Der AvD rät in einem solchen Fall, Straße wie ebenso Auto(schaden) zu fotografieren, um zuerst einmal für die nötigen Beweismittel zu sorgen. Ebenso ist es eine Empfehlung, die Polizei zu rufen und Zeugen zu haben, sämtliche Daten (Schadensmeldung, Polizeiprotokoll, Zeugenaussagen, Kostenvoranschlag der Werkstatt) sind dann dem Verkehrssicherungspflichtigen, sprich der Gemeinde, zu übergeben.

Ob die Gemeinde aber den Schlagloch-Schaden übernimmt, entscheidet in vielen Fällen erst ein Gericht, wobei noch lange nicht pro Autofahrer geurteilt werden muss. Das LG Zwickau etwa urteilte anno 2010 für den Autofahrer und sprach diesem 2.500 Euro zu, zahlbar von der Stadt. Aber: Ein Drittel, genauer 30 Prozent der Reparaturkosten musste besagter Autofahrer trotzdem selber tragen, da die Richter aufgrund zu hoher Geschwindigkeit eine Mitschuld sahen.

Tatsächlich hat der Autofahrer kein „Grundrecht“ auf heile Straßen, sondern steht – laut §3 StVO – eher selbst in der Pflicht. Die Gemeinde aber nimmt der Paragraph und die StVO im Allgemeinen nicht aus, wobei derzeit eine genaue Definition fehlt, was die Verkehrssicherungspflicht genau beinhaltet. Wie bereits erwähnt, reicht bereits ein aufgestelltes Warnschild oder aber eine Geschwindigkeitsbeschränkung.

Fazit: Augen auf, ein Schlagloch ist dieser Tage schnell übersehen!

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