Führerschein mit 17: Ab 2011 die Norm

Just zum heutigen Mittwoch sollte über den Führerschein mit 17 beraten werden und es wurde beraten. Resultat: Was anno 2004 in Niedersachsen lediglich als Modellversuch gestartet wurde, ist ab 2011 gesetzliche Norm – der Führerschein mit 17 oder Begleitendes Fahren wird in Deutschland quasi Standard!

Nach und nach wurde der Führerschein mit 17 zu einem echten Erfolg, mit Baden-Württemberg beugte sich 2008 auch das letzte deutsche Bundesland dem einstigen Modellprojekt. Aber: Genau dieses Modellprojekt war nur bis zum Stichtag 31.12.2010 ausgelegt, zum neuen Jahr 2011 wäre also Schluss mit dem vorzeitigen Führerschein gewesen.

Heute aber wurde über genau dieses Thema beraten und das Ergebnis ist mittlerweile klar: Ab 01. Januar 2011 ist der Führerschein mit 17 festes Gesetz und somit kein Modellversuch mehr. Wer mit 17 den Führerschein der Fahrerlaubnisklasse 3 machen möchte, kann dieses dann ohne Probleme tun, Auflagen wird es aber auch weiterhin geben!

Wie beim Begleitenden Fahren bisher auch muss beim kommenden Führerschein mit 17 eine Begleitperson mit an Bord sein, wobei diese nicht jeder sein darf. Kurzum: Als Begleitperson kommt nur in Frage, wer mindestens 30 Jahre alt (jung) und selbst Führerschein-Inhaber ist – seit mindestens fünf Jahren. Ebenfalls ein Muss ist zudem, dass die Begleitperson beim Führerschein mit 17 in der berühmt-berüchtigten Verkehrssünderdatei im schönen Flensburg maximal drei Punkte hat, ebenso muss die Person namentlich im Führerschein vermerkt werden, wobei hier jedoch mehrere Begleitpersonen möglich sein werden.

Wer denn meint, beim Führerschein mit 17 speziell beim Thema Begleitperson mogeln zu können, irrt einmal mehr gewaltig. Die deutsche Bürokratie hat hier natürlich längst einen Plan und diesen heute auch gleich vorgestellt. Wer nämlich ohne Begleitperson oder mit dem großen Bruder (unter 30 Lenze) durch die Gegend kurvt, ist seinen Führerschein mit 17 gleich wieder los – ohne Aufbauseminar bekommt man seinen Lappen dann nicht zurück. Das kostet Geld, Kompromisse oder Mitleid gibt es nicht, basta!

Für die Begleitperson selbst ist neben Führerscheinpflicht und vorbildliches Verhalten im Straßenverkehr zudem Alkohol-Abstinenz angesagt, ebenso sollte man seine Kfz-Versicherung checken. Wird nämlich Papis Autos quasi zum jugendlichen Zweitwagen umfunktioniert, ist der Versicherungstarif interessant: Sind junge Leute vom Fahren ausgeschlossen, um beim Beitrag zu sparen, sollte man das auf jeden Fall ändern und zwar vorher.

Sinn macht der Führerschein mit 17 allerdings schon, konnten Studien bisher eigentlich nur positive Ergebnisse zeigen. Unfälle etwa wurden um 30 Prozent minimiert, selbst Verkehrsverstösse sanken um 20 Prozent, wobei man hingegen vielleicht schon bedenken muss, dass beim Begleitenden Fahren „dank“ der nötigen Begleitperson wohl weniger Kilometer geschrubbt werden als bei einem normalen Fahranfänger mit 18 Jahren.

Im Grunde bleibt aber doch alles beim Alten, selbst wenn ab 2011 der Führerschein mit 17 offizielles Gesetz und kein Modellversuch mehr ist. Billiger wird die Fahrerlaubnis jedenfalls nicht…

Kommentieren