Kfz-Versicherer Ineas sagt tot ziens

Wer kein niederländisch kann, dem soll „tot ziens“ kurz übersetzt werden: auf gut Deutsch  heißt das nämlich Auf Wiedersehen oder ganz simpel einfach Tschüss – der Kfz-Versicherer Ineas zieht sich vom deutschen Markt zurück. Nach knapp zehn Jahren in Deutschland wird das niederländische Versicherungsunternehmen hierzulande keine neuen Versicherungen mehr abschließen, 50.000 deutsche Kunden wissen derzeit nicht, wie es weitergeht!

Der Rückzug vom deutschen Markt ist nämlich weniger eine wirtschaftliche Entscheidung oder Neuausrichtung des Versicherers, sondern in finanziellen Problemen begründet. Ein Sonderverwalter soll gar schon nach einem neuen Versicherer für die gut 50.0000 deutschen Kunden suchen, die nun sprichwörtlich in der Luft hängen.

Wie die Anwaltkanzlei DLA Piper durch ihren Sonderverwalter Paul Versteeg allerdings mitteilt, können „alle Haftpflichtschäden bezahlt werden“. Hierzu ist Ineas eine Kooperation mit dem VOH (Deutsche Verkehrsopferhilfe) eingegangen, die sich den Geschädigten von Ineas-Versicherten annimmt. Allerdings wirft hier der GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) ein, dass Ineas-Kunden bis zu 2.500 Euro der Kosten aus eigener Tasche zahlen könnten, wenn nämlich der VOH von der Ineas keine Leistungen mehr zurück bekommt.

Ebenfalls ein Problem dürfte für die Versicherten sein, dass der VOH bei Kaskoschäden keine Kosten übernimmt und der Kunde hier quasi der Dumme ist. Wie Verwalter Versteeg zudem erklärt, gibt es keine Garantie seitens Ineas, „ob alle Kaskoschäden voll bezahlt werden“ können. Fakt ist, dass der Ineas-Kunde bei Kasko-Schäden erst einmal in seine eigene Tasche greifen muss, um seinen Schaden zu reparieren.

Neben Ineas ist zudem die Marke „LadyCarOnline“ vom Rückzug des Versicherers vom deutschen Markt betroffen, Ineas-Kunden kann man daher wohl nur raten, sich schleunigst eine neue Kfz-Versicherung zu suchen! Allerdings sind bestehende Verträge laut der Website des niederländischen Versicherers weiterhin geltend und somit auch die Versicherungsprämien.

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